DRK- und THW-Nachwuchs übt gemeinsam

Südkurier vom 18.11.2008

Eine Jahresabschlussübung gestaltete das Jugendrotkreuz Überlingen zusammen mit der THW-Jugend Überlingen und der THW-Jugend Schloss Salem. „Nach einem Erdbeben ist der hintere Teil eines Gewölbekellers am Hänselebrunnen zusammengestürzt“, erklärt Hannes Ruther, Übungsleiter des THW, die angenommene Katastrophe. Vermutet werden sechs Verschüttete, die es zu retten gilt.

Nach einem Erdbeben ist der hintere Teil eines Gewölbekellers am Hänselebrunnen zusammengestürzt“, erklärt Hannes Ruther, Übungsleiter des THW, die angenommene Katastrophe. Vermutet werden sechs Verschüttete, die es zu retten gilt. Ruther ist der Erste, der an der Einsatzstelle eintrifft. Der alte Gewölbekeller gehört zu seinem Elternhaus, weshalb er die Gemeinschaftsübung unter dem Motto „gemeinsam stark“ organisiert hat. „Damit wollen wir auch ermöglichen, dass sich die sozial engagierte Jugend aus DRK und THW gegenseitig kennen lernt. Und dass die Bürger einmal erleben können, wie unsere Jugend Leben rettet.“

Die effektiv ineinander greifende Zusammenarbeit der Jugend beider Hilfsorganisationen demonstrieren später 15 Jugendliche und Kinder vom Technischen Hilfswerk (THW) einschließlich elf von der Schule Schloss Salem und zehn vom DRK, das auch die sechs jungen Verletzten stellt. Der neunjährige Luis Vitalis-Vogel ist der jüngste, Jessica Kiefer (14) die älteste im „Verletztentrupp“. Teilweise drastisch als Unfallopfer geschminkt, haben sie sich in der weitläufig verwinkelten, unterirdischen Düsternis zu verteilen, während ihre Retter beim Treffpunkt am zentralen Omnibus-Parkplatz ihrem Einsatz entgegen fiebern. Jessica gruselts auf dem Weg über die steile Treppe hinunter in den unbeleuchteten Gewölbekeller. „Ich hoffe, dass es schnell vorbei ist, weil ich Angst habe im Dunkeln“, sagt sie tapfer, während die Jungens noch über Spinnen und Mäuse witzeln. Einer von ihnen hat den Ohnmächtigen zu mimen, der mit dem Schleifkorb hochgebracht wird. Einer hat einen Schock, ein anderer eine Wirbelsäulenverletzung, und eine zu versorgende Schienbeinfraktur ist auch dabei.

Die Retter, über Funk auf den Plan gerufen, rücken mit drei Einsatzwägen an. „Alle auf ihre Posten! Übungsbeginn.“ Einer der Verletzten schreit zum Steinerweichen. „Hallo, können Sie mich hören? Wie viele Leute? Warten Sie, Sie kriegen gleich geholfen“, brüllt einer der Retter ins Dunkel. Die kreiselnden Blaulichter der Einsatzwägen und das geschäftige Treiben der Retter ziehen zahlreiche Schaulustige an. Unter ihnen Axel Niedermann, aktives Mitglied bei der SEG-Schnelleinsatzgruppe vom DRK. „Als Berater der Jugendgruppe schaue ich mir immer jede Übung genau an“, erklärt er gegenüber dieser Zeitung.

Mit Stativen und Scheinwerfern baut die THW-Jugend im noch stockfinsteren Gewölbekeller eine hell gleißende Beleuchtung auf, bevor sie zusammen mit dem DRK die Menschenrettung durchführt. Zuvor waren zwei Leute unten, um dann die nötigen Befehle fürs weitere Vorgehen zu erteilen. Die jungen Retter arbeiten diszipliniert. Die Jugendrotkreuzler übernehmen die Erstversorgung und Betreuung der Verschütteten, die auf Tragen über die steile Kellertreppe in Sicherheit befördert werden.

Während der geschäftigen Rettungsaktion unter Tage wird im Hof des Anwesens eine Verletzten-Sammelstelle eingerichtet. Eingeteilt von ihren Gruppenführern Christian Eschrich und Franz von Kirschten (THW) sowie Jürgen Gloger (DRK) weiß jeder Trupp ganz genau, was er zu tun hat. Einzelkämpfer sind nicht gefragt. „Teamwork ist das Wichtigste“, wird betont. Das ist auch Tenor bei der Manöverkritik im Anschluss an die diszipliniert wie gut abgelaufenen Gemeinschafts-Übung.

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